Werbung ausserhalb der Masse

Die richtige Sendezeit. Oder Werbung ausserhalb der Masse.

Ist Ihnen bei dem bekannten Spot von Edeka etwas Besonderes aufgefallen? Nein? Generell: Kurz vor Weihnachten sind die Leute für herzerwärmende Geschichten zu haben. Da funktioniert (oftmals) auch die Werbung.

„Wir werden es dieses Jahr Weihnachten wieder nicht schaffen. Wir versuchen es nächstes Jahr, und dann klappt es ganz bestimmt.“ So sitzt der rüstige alte Mann zu Weihnachten ganz allein am Esstisch. Szenen von erwachsenen Kindern, die in alle Welt verstreut sind. Sie lesen, dass der Vater gestorben ist. Mit diesem Spot der wirbt die Supermarktkette Edeka im Netz. Sie hat damit geschafft, was ihr schon mit der Kampagne „Supergeil“ gelungen war: Werbung hin oder her, alle Welt redet darüber. Bei Youtube holte das Video mit dem einsamen Opa rund 5 Millionen Klicks. Die Kommentare reichen von „echt herzzerreißend“ bis „etwas makaber“.

Immer noch nichts aufgefallen?

 

Video
Nutzer stellen Familienfotos ins Netz. Und Videos. Die Wahl für das Medium Video ist generell schon einmal etwas anderes, als es viele andere Marken tun. Die Produktion eines autenthischen Videos für eine kleine Firma ist heute zwischen € 100 bis € 500 machbar. Wir selbst haben es ausprobiert und dank eines -wie wir finden- gelungenen und spritzigen Drehbuchs umgesetzt.

 

VIrales Marketing
Ein Film/Video kann durch die Platzierung auf bekannten Portalen mit einem “viralen Effekt” und vor allem den viralen Möglichkeiten von YouTube & Co. mehr als leicht gestreut werden und ist damit vielen anderen Medien voraus. Es kann geschaut, geliked, weitergeleitet und eingebettet werden. Fast immer und überall.

 

Zeitpunkt der Werbung
Und genau hier kommen wir zur Auflösung. Wahrscheinlich ist euch am Spot selbst oder sogar der Botschaft nichts Wesentliches aufgefallen. Warum auch? Der Spot ist nicht nur gut gemacht, das Drehbuch ist wundervoll umgesetzt und drückt sehr einfühlsam auf die Tränendrüse. Autentisch gemacht. Der entscheidende Punkt warum gerade dieser Spot mit seiner Machart, Botschaft und Sinnwirkung so im Gedächtnis hängen geblieben ist: Er wurde nicht direkt zur Weihnachtszeit gesendet. Sondern Monate im Voraus. Er konnte also ähnlich wie die scheinbar jedes Jahr zu früh postierten und verschenkten Lebkuchenherzen und Spekulatius im Regal neben den Chips “wirken”. Unterschwellig. Unbemerkt. Im Unterbewusstsein. Und damit hat die betreuende Agentur (Jung von Matt) genau ins Schwarze getroffen. Wie wir finden: Perfekt!

 

 

Ausserhalb der Sendezeit
Es wäre (ist) also viel interessanter, außerhalb der Weihnachtszeit die Chance zu nutzen, um mehr Emotionen in der Kommunikation zu zeigen. Besonders wenn man Zeitpunkte wählt, wo man nicht so viel Aufmerksamkeit teilen muss. Wir plädieren dafür, auch mal ganz andere Botschaften emotional zu transportieren, nicht unbedingt nur Weihnachtsgrüße. Wie wäre es denn mal mit einem Film zum Sommerschlussverkauf, der einen zu Tränen rührt? Wenn die Konkurrenz sich mit schnöden Rabatten bei der Kundschaft anbiedert, hat man schon gewonnen, wenn man den Leuten sein Angebot etwas berührender und weniger lautstark präsentiert. Was meint Ihr?

© Bildquelle Fish & Cat By Gratisography